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Weltblatt mit Schmerz. Die Huffington Post über ‚ziemlich krasse‘ Städte

München: Weltstadt mit Schmerz?

Weil es ja nicht immer so ernst zugehen muss. Und weil es auch einfach immer noch Spaß macht, sich über die deutsche Huffington Post zu amüsieren. Zunächst einmal allerdings, weil ich dort zum ersten Mal auch einen guten Artikel entdeckt habe. Inhaltlich sind die 15 hässlichen Wahrheiten über München zwar weitgehend eine überspitzte und daher nicht vollkommen ernstzunehmende Polemik. Aber dagegen spricht ja nichts, wenn es gut gemacht ist. Und ehrlich gesagt, war so ein München-Bashing doch überfällig. (Als gebürtiger Münchner und ansonsten München-Liebhaber darf ich das doch sagen, oder?) Klar ist es nicht überall gut gemacht. Und es ist auch einiges an Unsinn dabei. Spätestens der zweite Punkt aber hat satirische Schlagkraft. Demnach ist „das größte Kompliment, das die Münchner ihrem München machen: ‚Man ist schnell draußen’“. Die Ironie in dieser zutreffenden Feststellung wird zu Recht konstatiert und sogar historisch verortet.

Was an diesem Artikel alles nicht so ganz stimmt, haben die Leserkommentare zusammengetragen. Aber Weiterlesen

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Hartz Gier? Lächerlich!

Geld wird bei Angriff zerstört!

Hartz Geiz? Kassenautomat in einem Jobcenter in Berlin – Fotografieren verboten!

Es ist ja nichts neues, dass einen manches aus den Erzeugnissen der einschlägigen Medienimperien wirklich wütend machen kann. Aber ab und zu muss man dann doch nochmal darauf hinweisen: etwa anlässlich eines Artikels des Focus, den ich einmal wieder beim Presseverwurster Huffington Post entdeckt habe. Interessant ist in diesem Zusammenhang übrigens zunächst, dass die deutsche Ausgabe der im Herkunftsland USA als linksliberal geltenden Onlinezeitung in Zusammenarbeit eben mit Focus Online erscheint, den man wohl eher einem anderen politischen Spektrum als dem Linksliberalen zuordnen muss. Das verdeutlicht auch besagter Artikel mit dem charakteristischen Titel Hartz Gier: So dreist zocken Lehrer, Politiker und Juristen den Sozialstaat ab. Man fühlt sich erinnert an die hässliche Bild-Zeitungskampagne gegen „Florida-Rolf“, deren traurige Konsequenzen den Staat letztlich mehr kosteten, als sie ihm einsparten.

Die aktuelle Einlassung nun Weiterlesen

„Tom Wohlfarth fordert die Abschaffung des Journalismus!“

Es ist doch immer wieder spannend zu sehen, wie einige Arten von Journalismus funktionieren. Im Gespräch mit dem Spiegel etwa äußerte kürzlich Margot Käßmann einen utopischen Wunsch: „Ich fände es gut, wenn die Bundesrepublik auf eine Armee verzichten könnte wie etwa Costa Rica.“ Ihr sei aber zugleich auch selbst klar, dass dieser Wunsch momentan utopisch sei. Aus einer also bewusst utopischen Wunschäußerung macht der Spiegel dann ein Aussprechen „für eine Abschaffung der Bundeswehr“. Einige andere Medien, etwa der NDR, verschärfen das ‚Aussprechen‘ zu einem ‚Fordern‘; die Huffington Post stellt noch einen Käßmann disqualifizierenden Satz an den Anfang – den einzigen, den man dann im Facebook-Posting, dem üblichen Verbreitungskanal, noch sehen wird – (den Rest schreibt auch sie natürlich einfach ab), und tadaa: Alle diskutieren nur noch über die Überschrift, die mit dem tatsächlich zitierten Käßmann-Wortlaut nicht mehr viel zu tun hat. Aber Hauptsache, man kann sich sofort darüber aufregen.

Dabei ist Käßmanns Wunsch, so unrealistisch er erklärtermaßen sein mag, ALS bloßer Wunsch doch völlig naheliegend. Würden wir uns nicht alle eine Welt ohne Kriege WÜNSCHEN? Man kann das tun und gleichzeitig GEGEN eine Abschaffung der Bundeswehr argumentieren. So habe ich es etwa neulich gegenüber einer Freundin getan. Sie fordert nämlich tatsächlich die Abschaffung der Bundeswehr, ich kenne also den Unterschied.

Und man kann schließlich auch Jounalismus kritisieren, ohne gleich seine Abschaffung fordern zu müssen. Oder?