Archiv der Kategorie: Medien

Privatisierung und Regression der Politik

Die gegenwärtige Privatisierung der Politik durch Trump und Co. kann man für regressiv halten. Dabei ist sie auch Folge einer jahrzehntelangen Politik der Privatisierung

Trump naked

Politiker oder Privatmann? Donald Trump – Foto: Phillip Pessar/Flickr (CC BY 2.0)

Mein Text ist momentan der meistkommentierte beim Freitag. Vielen Dank an alle für die spannende Diskussion!

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Vom Ende des Kapitalismus zum Postkapitalismus

Neue Bücher von Slavoj Žižek und Paul Mason ergründen Ende und Neuanfang unserer gesellschaftlichen Ordnung – und stellen die Frage, wie überhaupt Veränderung möglich ist

Total vernetzt? – Bild: yumikrum/Flickr (CC)

Total vernetzt? – Bild: yumikrum/Flickr (CC)

Mein nicht mehr ganz so neuer Artikel bei demokratiEvolution, beim Freitag und bei Le Bohémien.

Wer ist das kranke Schwein?

Mehr als unnötig – Foto: stevepb/Pixabay

Etwas spät nun noch der Hinweis auf meinen kleinen Artikel beim Freitag und bei demokratiEvolution zur digitalen Lynchjustiz im Fall Edathy und ihren befürchteten Folgen für die Demokratie. Zwei Stunden später hat sich dann auch der Freitag-Verleger und -Chefredakteur zum Thema geäußert.

Immer noch passend zum Thema ist auch ein Kommentar aus dem vergangenen Jahr vom ebenso streitbaren wie wortmächtigen Vorsitzenden Richter am Bundesgerichtshof Thomas Fischer: Weiterlesen

Weltblatt mit Schmerz. Die Huffington Post über ‚ziemlich krasse‘ Städte

München: Weltstadt mit Schmerz?

Weil es ja nicht immer so ernst zugehen muss. Und weil es auch einfach immer noch Spaß macht, sich über die deutsche Huffington Post zu amüsieren. Zunächst einmal allerdings, weil ich dort zum ersten Mal auch einen guten Artikel entdeckt habe. Inhaltlich sind die 15 hässlichen Wahrheiten über München zwar weitgehend eine überspitzte und daher nicht vollkommen ernstzunehmende Polemik. Aber dagegen spricht ja nichts, wenn es gut gemacht ist. Und ehrlich gesagt, war so ein München-Bashing doch überfällig. (Als gebürtiger Münchner und ansonsten München-Liebhaber darf ich das doch sagen, oder?) Klar ist es nicht überall gut gemacht. Und es ist auch einiges an Unsinn dabei. Spätestens der zweite Punkt aber hat satirische Schlagkraft. Demnach ist „das größte Kompliment, das die Münchner ihrem München machen: ‚Man ist schnell draußen’“. Die Ironie in dieser zutreffenden Feststellung wird zu Recht konstatiert und sogar historisch verortet.

Was an diesem Artikel alles nicht so ganz stimmt, haben die Leserkommentare zusammengetragen. Aber Weiterlesen

„If only Bradley’s arm was longer“ – Das Selfie zwischen Narzissmus und Gemeinschaftsstiftung

Bild im Bild - Ein Rekord wird gemacht

Bild im Bild – Ein Rekord wird gemacht

Das Selfie darf wohl als ein perfekter Ausdruck unserer narzisstischen Gesellschaft gelten. Wir brauchen kein Gegenüber mehr, das uns ansehen und fotografieren mag; es reicht, wenn wir uns selbst ansehen und fotografieren. Und irgendwer im weltweiten Gewebe wird uns dann schon auch noch sehen, ob er mag oder nicht. Doch womöglich ist unser Narzissmuss eine Erbschaft aus Urzeiten. Denn derzeit wird anhand des Selfies eines Affen unter anderem die Frage diskutiert, ob Tiere ein Urheberrecht haben können. Dabei dürfte die Handvoll gelungener Bilder aus mehreren hundert unscharfen, die 2011 ein Schopfmakake im indonesischen Urwald mit der Kamera des Fotografen David Slater geschossen hatte, Zufallstreffer gewesen sein. Posiert hätten die Affen laut Slater trotzdem. (Eindeutig in Pose werfen sich übrigens die Menschen, die Selfies im KZ machen.)

Zurück zu unserer Spezies, Weiterlesen

Hartz Gier? Lächerlich!

Geld wird bei Angriff zerstört!

Hartz Geiz? Kassenautomat in einem Jobcenter in Berlin – Fotografieren verboten!

Es ist ja nichts neues, dass einen manches aus den Erzeugnissen der einschlägigen Medienimperien wirklich wütend machen kann. Aber ab und zu muss man dann doch nochmal darauf hinweisen: etwa anlässlich eines Artikels des Focus, den ich einmal wieder beim Presseverwurster Huffington Post entdeckt habe. Interessant ist in diesem Zusammenhang übrigens zunächst, dass die deutsche Ausgabe der im Herkunftsland USA als linksliberal geltenden Onlinezeitung in Zusammenarbeit eben mit Focus Online erscheint, den man wohl eher einem anderen politischen Spektrum als dem Linksliberalen zuordnen muss. Das verdeutlicht auch besagter Artikel mit dem charakteristischen Titel Hartz Gier: So dreist zocken Lehrer, Politiker und Juristen den Sozialstaat ab. Man fühlt sich erinnert an die hässliche Bild-Zeitungskampagne gegen „Florida-Rolf“, deren traurige Konsequenzen den Staat letztlich mehr kosteten, als sie ihm einsparten.

Die aktuelle Einlassung nun Weiterlesen

„Tom Wohlfarth fordert die Abschaffung des Journalismus!“

Es ist doch immer wieder spannend zu sehen, wie einige Arten von Journalismus funktionieren. Im Gespräch mit dem Spiegel etwa äußerte kürzlich Margot Käßmann einen utopischen Wunsch: „Ich fände es gut, wenn die Bundesrepublik auf eine Armee verzichten könnte wie etwa Costa Rica.“ Ihr sei aber zugleich auch selbst klar, dass dieser Wunsch momentan utopisch sei. Aus einer also bewusst utopischen Wunschäußerung macht der Spiegel dann ein Aussprechen „für eine Abschaffung der Bundeswehr“. Einige andere Medien, etwa der NDR, verschärfen das ‚Aussprechen‘ zu einem ‚Fordern‘; die Huffington Post stellt noch einen Käßmann disqualifizierenden Satz an den Anfang – den einzigen, den man dann im Facebook-Posting, dem üblichen Verbreitungskanal, noch sehen wird – (den Rest schreibt auch sie natürlich einfach ab), und tadaa: Alle diskutieren nur noch über die Überschrift, die mit dem tatsächlich zitierten Käßmann-Wortlaut nicht mehr viel zu tun hat. Aber Hauptsache, man kann sich sofort darüber aufregen.

Dabei ist Käßmanns Wunsch, so unrealistisch er erklärtermaßen sein mag, ALS bloßer Wunsch doch völlig naheliegend. Würden wir uns nicht alle eine Welt ohne Kriege WÜNSCHEN? Man kann das tun und gleichzeitig GEGEN eine Abschaffung der Bundeswehr argumentieren. So habe ich es etwa neulich gegenüber einer Freundin getan. Sie fordert nämlich tatsächlich die Abschaffung der Bundeswehr, ich kenne also den Unterschied.

Und man kann schließlich auch Jounalismus kritisieren, ohne gleich seine Abschaffung fordern zu müssen. Oder?