Emotionen erlaubt

Nach den Wahlen ist vor den Wahlen: Vorschläge zum Umgang mit der AfD und ihren Anhängern. Ein Plädoyer für eine gefühlssensible Kultur demokratischer Kommunikation

Emotionen_erlaubt

Pegida-Demonstration in Amsterdam – Foto: Guido van Nispen/ Flickr (CC BY 2.0)

Dieser Text, den ich gemeinsam mit Andreas Schiel geschrieben habe, erschien am vergangenen Samstag beim Katapult Magazin für Kartografik und Sozialwissenschaft, dann in aktualisierter Fassung am gestrigen Dienstag als Publikation des denkzentrum|demokratie sowie beim Freitag, wo er derzeit auch noch diskutiert wird. Eine weitere Diskussion findet sich auf Facebook, Benedikt Strohstädter etwa schreibt dort: „Sehr nüchtern, neutral und klar. So muss geschrieben werden damit die ganze Scheisse uns hier nicht um die Ohren fliegt. Kompliment!“

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Ein Gedanke zu „Emotionen erlaubt

  1. Walther Stamm

    Ein kluger Gedanke! Ganz sicher krankt die bisherige Strategie im Umgang mit den „besorgten Bürgern“ auch daran, dass eine pauschale Etikettierung der nun eben mal bestehenden Ängste als „fremdenfeindlich“ und/oder „rechtsradikal“ motiviert, nichts zum Verschwinden der Ängste beiträgt, sondern eher dazu, dass sich mancher „Normal-Bürger“ mindestens unverstanden, häufiger aber missverstanden fühlt und dann in (psycho-) logischer Konsequenz der vorangegangenen Etikettierung mit anderen solidarisiert, die er als ebenfalls unverstanden oder missverstanden empfindet.
    Schön zu sehen, dass die Betrachtung und Diskussion dieser Vorgänge sich im besten Sinne des Wortes zunehmend auch ,“psychologisiert“ und damit auch Denkanstöße aus der Kommunikations-Psychologie integrierbar macht. Ich warte noch darauf, dass Gleiches auch für die sozialpsychologische Vorurteilsforschung geschieht, die helfen würde, die aktuelle FlüchtlingsIntegrationsthematik nicht nur sinnstiftend zu beschreiben sondern auch positiv zu verändern.
    Was mir noch sorgenvolle Denkfalten auf die Stirn meißelt, ist der Umstand, dass die politische Kommunikation in weit höherem Maße als die Alltagskommunikation der besorgten Bürger strategisch motiviert und orientiert ist. Kommunikationspsychologische Ansätze, wie der von Paul Watzlawick, gehen immer auch davon aus, dass das „Verstanden-werden-wollen“ einen wesentlichen Bestandteil der Kommunikationsmotivation darstellt. Dies trifft aber nach meiner Einschätzung für eine strategisch motivierte politische Kommunikation nur in sehr begrenztem Umfang zu. Ob eine Öffnung des Diskurses für emotionale und intuitive Inhalte in dieser strategischen Kommunikation hilfreich ist oder einfach nur zusätzliche Munition für die gegenseitige kommunikative Abgrenzung liefert, vermag ich nicht zu prophezeien.
    Mit besten Grüßen

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